„Die Staatsschulden sind nur ein anderes Wort für heimliche Konfiszierung von Vermögen“
Alan Greenspan
     

Der Spielraum schmilzt


2010 muss die Bundesregierung 80,1 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Die höchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik. Allein 40 Milliarden Euro muss die Bundesregierung für Zinsen ausgeben.
Das sind zwölf Prozent des Gesamthaushalts und– nach dem Etat des Arbeitsministeriums – der zweitgrößte Ausgabenposten.
In den USA liegen die Werte noch höher. Steigen die Zinsen für neue Kredite,
schwindet der Handlungsspielraum des Staates – etwa bei neuerlichen Krisen

Die Staaten werden im nächsten Jahr unglaubliche Mengen an Staatsanleihen auf die Märkte bringen, um ihre Super-Schulden zu finanzieren. Ob da für jeden genug da ist?

Die Staatengemeinschaft hat sich für einen gefährlichen Weg entschieden.
Wir haben einen abgesoffenen Motor mit defekter Lichtmaschine. Mit dem letzten Saft aus der Batterie leiern wir den Anlasser durch, der Motor dreht mit, spuckt und spotzt. Aber er läuft noch nicht selbständig. Kein selbsttragender Aufschwung. Entweder er springt an, bevor die Batterie leer ist und die Staaten unter der Schuldenlast zusammenbrechen, oder das war's.

Wenn es tatsächlich gelingt und der Motor läuft, haben wir einige Jahre Zeit gewonnen. Die Probleme sind längst nicht gelöst und der große Reset, der Austausch von Akku und Lichtmaschine, werden irgendwann fällig werden. Das bedeutet dann eine Neuverhandlung der Staatsschulden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

 

 

   
 
Quelle: Focus